Die Infantilisierung der Gesellschaft oder wie der Staat die Rolle der Helikopter-Mütter übernommen hat
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Helikopter-Eltern und Übermütter haben eine Generation großgezogen, die keine Niederlage kennt. Der Staat hat diese Rolle übernommen und perfektioniert. Das Ergebnis: Bürger die Sicherheit über Freiheit stellen, Verantwortung delegieren und beim ersten Gegenwind nach oben schauen. Das ist kein Generationenproblem. Das ist politisches Kalkül.
Die gut gemeinte Katastrophe
Helikopter-Eltern und Übermütter meinen es gut. Das ist das Problem.
Sie haben ihre Kinder vor jeder Niederlage bewahrt, jeden Konflikt gelöst, jede Frustration weggeräumt bevor sie entstehen konnte. Mein Kind soll nicht leiden. Mein Kind soll nicht scheitern. Kein Kind soll erfahren, dass das Leben manchmal hart ist und ungerecht und ohne Rücksicht auf Befindlichkeiten.
Das Ergebnis ist eine Generation die technisch vernetzt, aber emotional instabil ist. Die nicht dumm ist, aber unfähig eigene Grenzen zu überwinden. Diese Generation funktioniert solange wie alles glatt läuft. Und beim ersten echten Gegenwind komplett hilflos ist.
Aber Moment, war da nicht auch von guter Schulausbildung die Rede? Die Lehrer müssen unsere Kinder erziehen. Nein. Auch das stimmt nicht mehr. Denn Ausbildung, schulische und berufliche, echte Ausbildung, setzt Frustrationstoleranz voraus. Wer nie gelernt hat durchzuhalten wenn es schwer wird, erlernt kein Handwerk, keine Disziplin, kein Können das trägt. Was bleibt ist Oberflächenwissen. Schnell konsumiert, schnell vergessen, nie wirklich verinnerlicht.
Frustrationstoleranz ist keine Eigenschaft unter vielen. Sie ist die Voraussetzung für den Erwerb aller anderen.
Der Staat als verlängerte Helikopter-Mutter
Bis hierher könnte man sagen: Das ist ein Erziehungsproblem. Eltern müssen es besser wissen und besser machen. Stimmt, aber es greift zu kurz.
Denn der Staat hat diese „wir wollen nur dein bestes Rolle“ bewusst übernommen. Er hat sie perfektioniert. Und er hat dabei ein Interesse, das Eltern nicht haben: Abhängige Bürger sind berechenbare Bürger. Wer nie gelernt hat, Probleme selbst zu lösen, wendet sich an den Staat. Wer sich an den Staat wendet, wählt denjenigen der verspricht, die Probleme fernzuhalten.
Das ist kein Verschwörungsdenken. Das ist Systemlogik.
Mehr Absicherung, mehr Subventionen, mehr Regulierung. Jede dieser Maßnahmen wird als Fürsorge verkauft. Und jede davon schwächt ein Stück weit die Fähigkeit des Bürgers, ohne staatliche Hilfe auszukommen. Das Ergebnis nach Jahrzehnten dieser Politik: Eine Gesellschaft die immer mehr vom Staat erwartet und weniger von sich selbst.
Der Kreislauf schließt sich.
Helikopter-Eltern erziehen frustrationsunfähige Kinder. Die werden zu Bürgern die Sicherheit über Freiheit stellen. Die wählen einen Staat der sie beschützt statt fordert. Der Staat übernimmt immer mehr Verantwortung. Die Eigenverantwortung verkümmert. Die nächste Generation wird noch unmündiger.
Und so weiter. Und so weiter.
Was verloren geht
Was auf dem Spiel steht, ist mehr als Leistungsbereitschaft oder Wirtschaftskraft. Was verloren geht, ist Mündigkeit. Der mündige Bürger. Der Mensch der Verantwortung trägt, weil er es für richtig hält, nicht weil er muss. Das ist das Fundament jeder funktionierenden Gesellschaft. Ohne ihn gibt es keine echte Demokratie, keine echte Gemeinschaft, keine echte Freiheit. Nur Verwaltung.
In Bayern sehen wir das noch nicht so deutlich wie anderswo. Hier sind die Strukturen – noch – stabiler. Hier ist die Tradition der Eigenverantwortung tiefer verwurzelt. Der Bauer der seinen Hof führt, der Handwerker der seinen Betrieb aufbaut, der Feuerwehrmann der freiwillig ausrückt , der Arbeiter der zuverlässig ist— das sind keine Relikte. Das sind Vorbilder.
Aber auch hier werden die Flammen kleiner. Auch hier suchen junge Menschen lieber die sichere Anstellung als Beamte oder im öffentlichen Dienst, als die riskante Selbstständigkeit und verantwortungsvolle Mitarbeiter. Auch hier delegieren immer mehr die Verantwortung nach oben, an den Chef, an die Gemeinde, an den Staat.
Ein Bürger, der die Freiheit hat, Fehler zu machen, hat auch die Chance, wirklich zu wachsen und zu gewinnen. Und ein Volk, das den Mut für Veränderungen und für neue Wege besitzt, ist ein Volk der wahren Freiheit.
Mündigkeit als Programm
Die Antwort auf die Infantilisierung ist nicht Härte. Nicht die Abschaffung von Sicherheitsnetzen. Nicht die Verklärung einer vergangenen Zeit. Die Antwort ist Mut und Mündigkeit. Als bewusste politische Entscheidung. Als Gegenentwurf zu einer Politik die Bürger kleinhält um sie regierbar zu halten.
Das bedeutet konkret: Schulen die wieder Leistung fordern und Scheitern als Lernprozess begreifen. Familien die ihren Kindern Widerstand zumuten, aus Liebe, nicht aus Gleichgültigkeit. Unternehmer die Verantwortung übergeben statt festhalten. Und ein Staat der sich zurückzieht wo der Bürger selbst entscheiden kann und nur dort eingreift wo er wirklich gebraucht wird.
Das ist kein nostalgisches Programm. Das ist das aktuellste Programm das es gibt. Denn die Alternative, immer mehr Staat, immer weniger Bürger, immer weniger Freiheit, haben wir lange genug erlebt. Und wer den Mut hat diese Entwicklung weiterzudenken, wird einen anderen Weg befürworten.
Es reicht.
Wir Freie Bayern stehen für eine Gesellschaft die ihren Bürgern wieder etwas zutraut. Die Mündigkeit nicht als Zumutung begreift, sondern als Würde. Die versteht: Wer nie fallen darf, lernt nie aufzustehen.
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Verfasser: Benno Steiner ist Gründungsmitglied von Freie Bayern, Berater mit über 30 Jahren Erfahrung in der Unternehmensnachfolge.
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